ASA-Süd-Nord-Projekt 2013

"Klimawandel und Umweltrechte"

Der Klimawandel ist in aller Munde und weltweit spürbar. Aber wer ist eigentlich verantwortlich für die Veränderungen und wer trägt die ökologischen und sozialen Folgen? Dieser Frage geht das ASA-Team 2013 nach. Es unterstützt das Projekt "Deine Welt im Fokus", indem es ein interaktives Unterrichtsmodul zum Thema Klimawandel und Umweltrechte entwickelt und in Schulen und Jugendgruppen durchführt. Von April bis Juni arbeiten die Freiwilligen in Berlin, von Juli bis Oktober arbeiten sie in San Rafael del Sur und Boaco (Nicaragua).

Kooperationspartner

Das ASA-Süd-Nord-Projekt 2013 ist ein Kooperationsprojekt von vier Vereinen: Neben KATE e.V. sind dies der Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Kreuzberg - San Rafael del Sur e.V. (Berlin),  die Asociación para el Desarrollo Municipal (ADM; Nicaragua) sowie dem Centro de Desarrollo Rural (CEDRU; Nicaragua).

ASA-Teilnehmende

Zum ASA-Team 2013 gehören Yessenia Castro und María Conchita Gonzalez aus Nicaragua sowie Gesche Hausin und Hannah Göppert aus Deutschland.

Raphael Schapira (KATE), María Conchita Gonzalez (ASA-Team), Hannah Göppert (ASA-Team), Yessenia Castro (ASA-Team), Maria Rojas (KATE), Gesche Hausin (ASA-Team), Constantin Bittner (STAEPA)

 

Ein Blick zurück auf die Schritte nach vorn

April 2013: Yessenia Castro, Hannah Göppert, María Conchita Gonzalez, und Gesche Hausin betreten zum ersten Mal ihren gemeinsamen Arbeitsplatz im Büro der STÄPA. Vor ihnen liegen drei Monate intensiver Teamarbeit, in denen sie ein Workshopkonzept entwickeln und zusammen mit Jugendlichen folgenden Fragen nachgehen: Wer verursacht den Klimawandel und wen betrifft er? Was hat das Ganze mit uns zu tun und wie können wir unser Denken und Handeln verändern?

Schon seit drei Jahren arbeiten die zwei deutschen NROs KATE e.V. (Kontaktstelle für Umwelt und Entwicklung) und STÄPA (Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Kreuzberg – San Rafael del Sur) mit den nicaraguanischen Partnerorganisationen CEDRU (Centro de Desarrollo Rural) und ADM (Asociación para el Desarrollo Municipal) zusammen. Gemeinsam ermöglichen sie es vier Teilnehmenden, für zwei je dreimonatige Phasen in Deutschland und Nicaragua im Rahmen eines ASA-Süd-Nord-Projektes zusammenzuarbeiten.

Die Idee des Projekts ist, in einem bi-nationalen Team ein global wichtiges Thema aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und zusammen mit Jugendlichen zu bearbeiten. In diesem Jahr entwickelten die vier Frauen eine Unterrichtseinheit zum Thema Klimagerechtigkeit und Menschenrechte. Dabei lernen die Schüler*innen mit Hilfe interaktiver Methoden die Auswirkungen des Klimawandels auf den Alltag verschiedener Menschen kennen und überlegen sich eigene Handlungsalternativen. Die Planung der Einheit bot zahlreiche Herausforderungen: Was machen wir, wenn nicht alle Schüler*innen Spanisch verstehen? Wie können wir Klimagerechtigkeit und Menschenrechte in 90 Minuten packen? Welches sind die besten Methoden, um mit Schüler*innen zu diesen komplexen Themen zu arbeiten? Unterstützt und beraten wurde das Team durch Constantin Bittner (STÄPA), Maria Rojas (Schupa-Projekt KATE) und Olinto Orozco (Praktikant KATE), sowie von den Vertretern des KATE- und STÄPA-Headquarters Raphael Schapira und Erich Köpp.

Der Privilegientest

Besonders beeindruckte die Jugendlichen der klimatische Privilegientest. Hierbei versetzen sie sich mit Hilfe von Rollenkarten in die Lebensrealitäten unterschiedlicher Menschen aus Lateinamerika, Europa und den USA. Sie positionieren sich auf einer Linie und bekommen vom Team verschiedene Statements vorgelesen. Trifft die Aussage auf ihre Rolle zu, dürfen sie einen Schritt nach vorn gehen. Können sie der Aussage nicht zustimmen, so bleiben sie auf ihrer Position stehen. Durch diese Übung bekommen die Jugendlichen ein Gefühl dafür, welche Konsequenzen der Klimawandel für Menschen hat und wie sehr diese mit Privilegien und Benachteiligungen zusammenhängen. So ist die Beantwortung der Aussagen eng verknüpft mit dem Wohnort, dem Beruf und der finanziellen Situation der Personen.

Im letzten Teil der Unterrichtseinheit beschäftigten sich die Schüler*innen mit der Frage, was sie selbst tun können, um den Klimawandel aufzuhalten. Sie verbildlichten ihre Ideen in Zeichnungen und Knetskulpturen, fotografierten diese und posteten sie auf der Internetplattform „Deine Welt im Fokus – Tu mundo en el visor“ (www.tu-mundo-en-el-visor.org). Auf diesem spanisch- und deutschsprachigen Portal tauschen sich Jugendliche aus Deutschland, Nicaragua und El Salvador über umweltbezogene und lebensweltliche Themen aus und lernen verschiedene Perspektiven kennen.

Klimaopfer am Kotti

Auch außerhalb der Schule machten die ASA-Teilnehmerinnen auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam: Direkt am Kottbusser Tor organisierten sie einen Flashmob, bei dem Bäume von übergroßen Füßen niedergetreten und zu Klimaopfern wurden. In Umrisse auf dem Boden schrieben sie Botschaften, die anregten, über den Klimawandel nachzudenken. Bei einem Ausflug in den Prinzessinnengarten in Kreuzberg veranstalteten sie ein Klima-Picknick zur Frage, wie unser Essen das Klima beeinflusst.

Aber die vier haben sich natürlich nicht nur auf professioneller Ebene kennen gelernt. Auch in ihrer Freizeit verbrachten sie viel Zeit miteinander. Der 1. Mai, Karneval der Kulturen, ein Cha-Cha-Cha-Crashkurs, Ausflüge an den See, nach Hamburg und in die Natur Brandenburgs. Es gab viele Gelegenheiten, sich über persönliche Themen auszutauschen und Erlebnisse zu teilen.

Und nun?

Drei Monate sind vergangen und das Vierer-Team blickt auf eine Zeit voller Hürden und Anstrengungen, aber auch auf große Lerneffekte und persönlichen Austausch zurück. Am 17. Juli geht es in die zweite Runde. María Conchita, Gesche, Yessenia und Hannah werden nun auch mit nicaraguanischen Jugendlichen erforschen, wie gerecht der Klimawandel ist und was wir angesichts des Klimawandels tun können. Wir wünschen ihnen eine spannende Zeit!

Maria Rojas


Finanzierung

Das Projekt wird durch das ASA-Programm, die Berliner Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit (LEZ) finanziell gefördert.