Partner*innen aus Zentralamerika besuchen Berlin 2003

Die Berliner Schulen integrieren seit September 2002 das Schulpartnerschaftsprojekt in ihren Schulalltag. Im Rahmen von Wahlpflichtunterricht, Arbeitsgemeinschaften oder fächerübergreifendem Unterricht näherten sich die Schüler*innen mit vielen spannenden Fragen der neuen und zunächst fremden Kultur an. Quiché, Salsa, Marimbe und Popusa sind keine Fremdwörter mehr. Insbesondere das Thema Umwelt wurde von KATE durch die Erarbeitung und Durchführung von Unterrichtseinheiten in die Schulpartnerschaft integriert.

Im Frühjahr 2003 konnten im Rahmen des ASA-Programms der InWent erstmalig Lehrer*innen und Mitarbeiter*innen der Partnerorganisationen aus Zentralamerika für fünf Wochen nach Deutschland eingeladen werden. Durch den direkten persönlichen Kontakt wurden die Schulpartnerschaften gestärkt und der Austausch zu Umweltthemen intensiviert. Bolivar Sanchez aus Guatemala, die Nicaraguanerin Alcira Somoza und Yohalmo Cabrera aus El Salvador lernten die Umweltbildungssituation in Berlin kennen, indem sie außerschulische Umweltprojekte besuchten, wie z.B. eine Umladestation in Britz und ein Recyclinghof der BSR.

Nach der Einführungsphase arbeiten die Teilnehmer*innen aus Zentralamerika direkt in ihren Partnerschulen, um Erfahrungen und Ideen auszutauschen und die Grundlage für eine längerfristige Zusammenarbeit mit den Schulen zu schaffen. Die "Drei" gingen auf die Fragen der Schüler*innen ein und vermittelten so einen Einblick in die Lebenswelt ihrer Herkunftsländer, insbesondere im Zusammenhang mit Umweltthemen. Der direkte Kontakt und intensive Dialog hat alle Beteiligten begeistert.

Yohalmo Cabrera im Dialog mit den Schüler/innen der Langhans-Oberschule Yohalmo Cabrera im Dialog mit den SchülerInnen der Langhans-Oberschule

Daneben spielten auch kulturelle Aspekte des Austausches eine wichtige Rolle. So konnten die Teilnehmer*innen durch Ausflüge zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten Berlins, das Eintauchen in das Nachtleben der Hauptstadt und Reisen nach Thüringen und Tübingen das Land der Gastgeber kennen lernen.

Im weiteren Verlauf des Aufenthaltes hielten sich die Gäste eine Woche in Rostock auf, wo sie, begleitet vom Ökohaus Rostock e.V. und der Stadtverwaltung Rostock, Büro Lokale Agenda 21, insbesondere die beiden Rostocker Partnerschulen kennen lernten.

Dieser persönliche Austausch und der direkte Kontakt hat die Schulpartnerschaft aufleben lassen, intensiviert und voran getrieben. Die Praxis hat gezeigt, dass es sich als sehr wichtig erwiesen hat, das Projekt auch anderen Themen, wie Politik, Geschichte, Kultur und Alltag zu öffnen. Gleichzeitig hat der Besuch aber auch die Grenzen und Schwierigkeiten von Nord-Süd-Schulpartnerschaften deutlich gemacht.

Im Herbst 2003 hielten sich drei deutsche ASA-Stipendiat*innen in den zentralamerikanischen Partnerländern auf, um dort vor Ort die Schulpartnerschaften zu stärken und ihre Erlebnisse und Erfahrungen nach ihrer Rückkehr wieder in die Berliner Schulen zu tragen.