Berliner Entwicklungspolitisches Bildungsprogramm (benbi) 2012

05.- 09.November im FEZ- Berlin

Plakat benbi 2012

 

Planet Kostbar- Wie isst die Welt?

Das Workshopangebot

INKOTA-netzwerk e.V.

1 Volle Tanks und leere Teller

Weltweit landen immer mehr Nahrungsmittel im Tank anstatt auf dem Teller. Wir erkunden, wo und wie Mais, Soja und Zuckerrohr angebaut werden und gehen der Frage nach, welche Auswirkungen der „Biosprit"-Boom auf die Menschen hat und welche Alternativen es gibt.

arche noVa e.V.

2 Wie is(s)t die Welt?

Wie ernähren wir uns? Wer ist an der Schokoladenherstellung beteiligt und was hat der Kauf meiner Schokolade mit den Arbeitsbedingungen der ProduzentInnen zu tun? In einem Rollenspiel gehen wir diesen Fragen nach und diskutieren die eigene Verstrickung in globale Prozesse.

Fairbindung e.V.

3 Wenn Genuss seinen Preis hat! -
Ein Hamburger unter der Klimalupe

Klimawandel, endlose Sojafelder und Mega- Gewächshäuser.Aber was hat das mit UNSEREM Essen zu tun? Drei Zutaten des Hamburgers melden sich zu Wort. Wir finden heraus, welchen Einfluss die Nahrungsmittelproduktion auf unser Klima hat und überlegen Alternativen.

German Toilet Organization (GTO) e.V.

4 Klobalisierte Welt - Warum Toiletten Leben retten

Was haben Toiletten mit Ernährung zu tun? Jede Menge! Sie schützen vor gefährlichen Krankheiten, helfen Trinkwasserquellen zu schonen und wertvollen Dünger zu gewinnen. Wie das funktioniert und was das Klo der Zukunft kann, werden wir gemeinsam entdecken.

Oikocredit Förderkreis Nordost e.V. und COMPA Berlin

5 Apthapi oder Tütensuppe? Buffet der Weisheit oder gedankenloser Konsum?

Apthapi ist ein Gemeinschaftsmahl der Aymara in Bolivien. Sie bringen ihre Ernte vom Feld, Geschichten und Alltagsthemen mit, um miteinander zu teilen. Was ist Nahrung für uns, wie essen wir? In Theaterspielen tauschen wir unsere Erfahrungen aus.

ASET e.V.

6 Handel um jeden Preis?

Krisen in der Versorgung der Bevölkerung im globalen Süden werden auch durch subventionierte Exporte aus Europa mit verursacht. Wir betrachten konkrete Beispiele und überlegen, wie die Menschen dort und wie wir hier dagegen aktiv werden können.

Kontaktstelle für Umwelt und Entwicklung (KATE) e.V.

7 Das Klimafrühstück

Was haben unsere Lebensmittel mit dem Klimawandel zu tun? Durch ein gemeinsames Frühstück lernen wir Wahlmöglichkeiten beim Lebensmitteleinkauf kennen und diskutieren Auswirkungen auf das globale Klima. Partizipation und Selber Handeln stehen dabei im Vordergrund.

Solidaritätsdienst international (SODI) e.V.

8 Terminator-Saatgut: Genmanipulation, Patente und ihre Folgen

Saatgut sichert die Ernährung von 7 Mrd. Menschen weltweit. Allerdings versuchen einige Saatgutkonzerne eine Monopolstellung zu erlangen. Wir betrachten diese Entwicklung genauer und diskutieren über Möglichkeiten nachhaltiger Ernährungssicherung.

Greenpeace Berlin

9 Soja - was ist das denn?

Soja wird auf riesigen Feldern in Südamerika angebaut. Es dient Tieren als Futter, von deren Fleisch und Milch wir uns ernähren. Doch Soja steht auch für Regenwaldabholzung und Umweltschäden. Zusammen finden wir heraus, ob es auch anders geht!

Commit Berlin e.V.

10 Schnitzel und Döner

Guten Appetit! Schnitzel, Döner und Bouletten: Viele von uns essen täglich Fleisch. Doch was essen die Tiere, die auf unseren Tellern landen? Essen VegetarierInnen unserem Essen das Essen weg? Gemeinsam betrachten wir unsere Essgewohnheiten und hinterfragen deren globale Auswirkungen.

ASA Programm

11 Banana-Drama? Kritischer Konsum am Beispiel der gelben Südfrucht

Wir verfolgen den Weg der Banane von der Plantage bis hin auf unseren Tisch und beleuchten die Produktionskette unter sozialen und ökologischen Aspekten. Wie lässt sich das Banana-Drama lösen? Gemeinsam suchen wir nach Handlungsalternativen.

GSE Workshop auf benbi 2010Gesellschaft für solidarische Entwicklungszusammenarbeit (GSE) e.V. & PEPP-Berlin e.V.

12 Das durstige Korn aus Indonesien

Reis ist Grundnahrungsmittel eines großen Teils der Menschheit. Wir erfahren, wie Reis in Indonesien angebaut wird, nehmen 6 Reissorten unter die Lupe und bauen Bewässerungssystemmodelle aus Bambus nach. Zudem beleuchten wir, wie Reisanbau und Klimawandel zusammenhängen und welche Auswirkungen Finanzspekulationen mit Nahrungsmittel haben.

Twende Freundeskreis Pamoja e.V.

13 Wie schmeckt die Stadt? Auf den Geschmack kommen!

Im Alltag begegnen wir vielfältigen Esskulturen, wir essen chinesisch, griechisch etc. Doch was kommt im Urlaub auf unserenTeller? Slow food, Speisen der Region oder Fast food, global uniformierte Speisen? Was prägt unseren Geschmack? Über theaterpädagogische Methoden sammeln wir Fakten, hinterfragen Standpunkte und erarbeiten Handlungsmöglichkeiten.

BAOBAB Infoladen Eine Welt e.V.

14 Fair ernährt mehr! Kleinbauern- und bäuerinnen als Schlüssel der Ernährung im 21.Jahrhundert

Welche Rolle spielen Kleinbauern- und bäuerinnen beim Anbau von Grundnahrungsmitteln? Wir gehen dieser Frage am Beispiel Reis nach und lernen den Fairen Handel als Handlungsalternative kennen.

Afrika-Haus Berlin / Farafina e.V.

15 Afrikanische Esskulturen

Essen ist ein Teil der Kultur. Es ist Teil des sozialen Lebens, folgt kulturellen Regeln und spezifischen Umgangsformen. Welche Regeln gelten für westafrikanisches Essen? Welche Kochutensilien werden verwendet, und wie benutzt man sie? Gemeinsam gehen wir auf Entdeckungsreise.

BUNDjugend Berlin

16 Wen überrascht das Überraschungsei?

Spannung, Spiel und Schokolade! In unserem Workshop verfolgen wir den Weg eines Überraschungseies und schauen, wie und wo die Schokolade und die Figur eigentlich hergestellt werden. Kommt mit auf diese Reise!

Die Infonauten

17 Grashüpfer mit Soße - Insekten als Ernährung der Zukunft?

Weltweit essen vier von fünf Menschen Insekten, die u.a. eine leckere und klimafreundliche Alternative zu Fleisch darstellen. Sollten es vielleicht auch bei uns öfter Insekten geben? Wir betrachten Fakten, Probieren und gehen Vor(ur)teilen auf den Grund.

Carpus e.V.

18 Macht Schokolade glücklich?

Wir fühlen der Schokolade auf den Zahn! Wir erkunden die Strukturen des Welthandels und machen uns Gedanken über Gerechtigkeit. Wer verdient wie viel an der Schokolade und sind die KakaoproduzentInnen in den Philippinen glücklich? Mit gutem Gewissen kosten wir Schokolade aus Fairem Handel.

Städtepartnerschaft Berlin-Kreuzberg/San Rafael del Sur e.V.

19 Alles Mais, oder was?

Was passiert, wenn ein Nahrungsmittel zu einem Futtermittel und Kraftstoff wird? Am Beispiel vom Mais erkunden wir, warum und wie das überhaupt möglich ist und welche Folgen sich daraus für uns Menschen ergeben.

 

benbi Workshops 2012 auch nach dem Bildungsprogramm buchbar!

Auch in diesem Jahr bieten zahlreiche, der auf dem benbi vertretenen Vereine, ihre Angebote auch nach dem Bildungsprogramm an. Ein Katalog informiert über die einzelnen Konditionen der Workshopdurchführung.Der Workshop für PädagogInnen

ExpertInnen der Entwicklungszusammenarbeit vermitteln ausgehend von ihren Erfahrungen, wie globale Themen der Ernährung anschaulich im Unterricht behandelt werden können. Es werden Materialien und Methoden des Globalen Lernens vorgestellt, die eine gelungene pädagogische Umsetzung unterstützen.

 

Der Workshop für PädagogInnen

ENGAGEMENT GLOBAL/BtE - Schulprogramm Berlin und EPIZ e. V.

Workshops und Beratung für Pädagoginnen und Pädagogen - Das globale Menü: Wer wird satt und wie?

Das Thema Ernährung ist aktueller denn je. Die Zahl der Hungernden hat mit 925 Millionen Menschen einen neuen Höchststand erreicht, gleichzeitig gerät unsere „Wegwerfkultur" immer mehr in die Kritik. Ausgehend von ihren praktischen Erfahrungen vermitteln Fachkräfte der Entwicklungszusammenarbeit, wie die globale Dimension des Themas Ernährung anschaulich im Unterricht behandelt werden kann. Es werden Materialien und Methoden des Globalen Lernens zu Themen rund um verschiedene Nahrungsmittel vorgestellt. Vormittags finden Workshops statt, am Nachmittag individuelle Beratungen.
Vormittagsprogramm

Joachim Kobol: Und was essen wir heute?

In Deutschland sind Lebensmittel für fast alle eine Selbstverständlichkeit und ausreichend verfügbar. In den Ländern des Südens ist das Beschaffen von Nahrung hingegen die Hauptaufgabe im täglichen Überlebenskampf vieler Menschen. An konkreten Beispielen wird anschaulich und methodisch vielfältig vermittelt, wie mühevoll Lebensmittel in Südostasien erzeugt werden, und wie sich globale Einflüsse auf die Ernährung der Armen auswirken.

Peter Plappert: Bio und fair - nur was für Besserverdiener?

Wie wir uns ernähren, wirkt sich nicht nur auf Gesundheit und Wohlbefinden aus. Unsere täglichen Konsumentscheidungen haben auch Auswirkungen auf Umwelt, Klima und soziale Gerechtigkeit. Doch was kann ich überhaupt guten Gewissens essen? Dieser Workshop vermittelt Anregungen und abwechslungsreiche Methoden zum Thema nachhaltige Ernährung mit dem Fokus auf Fischfang.

Dr. Ellen Schmid: Mädchen und Frauen sichern die Ernährung in Nepal

Wie werden Nahrungsmittel in Nepal erzeugt? Welche Zutaten werden benutzt, um das tägliche Essen zuzubereiten? Anschaulich, mit Fotos und Gegenständen, zeigt die Referentin, wie sie SchülerInnen der Grundschule ein vielfältiges Bild des Familienlebens im Himalaya- Land vermittelt. Sie geht dabei besonders auf die Rolle von Frauen und Mädchen ein.
Nachmittagsprogramm

Angepasst an die Schulstufe stellen wir Ihnen Materialien und methodische Zugänge zum Thema vor, die sich für die Umsetzung im Unterricht eignen: Zum Beispiel die aktive Ausstellung „Wer soll satt werden?", bei welcher die BesucherInnen entscheiden können, wofür sie Anbauflächen nutzen wollen, oder das Spiel „Biologischer Anbau? Fairer Handel? - was ist das?", bei dem Sie mit den Aktionskarten Zeichnen, Pantomime oder Erklären Zusammenhänge entdecken können.

Das Kinoforum

Grundschule: Albert sagt: Ernährung - alles zu seiner Jahreszei

Unermüdlich jagt Albert, ein rabenähnliches Wesen, den Geheimnissen der Natur nach und erlebt dabei die tollsten Abenteuer. Als er im Winter seinen Schneemann mit Erdbeeraugen schmückt, bringt er damit eine kleine Maus, die sich auf Futtersuche befindet, völlig durcheinander. Erdbeeren im Winter und dann auch noch als Dekoration verschwendet? Albert zeigt ihr im Supermarkt das wunderbare Leben von KonsumentInnen. Mangos im Winter? Neuseeländische Äpfel? Pfirsiche aus Chile? Alles kein Problem. Aber welche Auswirkungen hat das "fliegende Obst" auf unsere Umwelt? Was geschieht mit den frischen Früchten? Wie wird die Nahrung der Zukunft aussehen? Albert und die Maus begeben sich auf Spurensuche und erkennen schließlich: „Obst und Gemüse ja, aber - alles zu seiner Jahreszeit!"

 

Sek I/ Sek II: Essen im Eimer

Mehr als die Hälfte unserer Lebensmittel landet im Müll. Das meiste schon auf dem Weg vom Acker in den Laden, bevor es überhaupt unseren Esstisch erreicht:jeder zweite Kopfsalat, jede zweite Kartoffel und jedes fünfte Brot. Das entspricht etwa 500.000 Lkw-Ladungen pro Jahr. Bis zu 20 Millionen Tonnen Lebensmittel werden jedes Jahr allein in Deutschland weggeworfen. Und es werden immer mehr. Der Film, der in der Langfassung als "Taste the Waste" im Kino gezeigt wurde und Diskussionen um das Mindesthaltbarkeitsdatum auslöste, geht auf die Suche nach den Ursachen - in Supermärkten, Bäckereien, Großmärkten. MinisterInnen, Bauern und Bäuerinnen und EU- PolitikerInnen kommen zu Wort. Gezeigt werden zudem BürgerInnen, die nicht nur konsumieren, sondern die auch nach neuen Wegen suchen, so einige „Mülltaucher", die sich weitgehend aus den Abfallcontainern von Supermärkten versorgen; oder auch ein Modellprojekt aus den USA, wo es gelungen ist, über eine Art Einkaufsgenossenschaft den Zwischenhandel ganz zu umgehen. Die globale Dimension wird am Beispiel des Bananenimports aus Kamerun konkretisiert und die entwicklungspolitischen Implikationen, werden durch „das Wegkaufen von Nahrungsmitteln" durch wohlhabende KonsumentInnen im Westen verdeutlicht. Der sorgfältig recherchierte Film kommt zu dem Schluss, dass schon eine Halbierung der Lebensmittelverschwendung in den Industrieländern das Weltklima so beeinflussen würde, als ob jedes zweite Auto stillgelegt wäre.

Die Podiumsdiskussion für Sek II-SchülerInnen

„Leere Teller - volle Tonne" Wie vermeidbar ist die Lebensmittelverschwendung?

In Deutschland werden jährlich etwa elf Millionen Tonnen Lebensmittel als Abfall entsorgt. Wer trägt die Schuld an der Vernichtung? Ist sie unvermeidbar oder Ausdruck einer Überflussgesellschaft? Welche Folgen ergeben sich im Globalen Süden? SchülerInnen der Sek II diskutieren mit Experten aus Wirtschaft und Gesellschaft Ursachen und (globale) Folgen der Lebensmittelverschwendung und setzen sich mit möglichen Handlungsalternativen wie dem sogenannten „Containern" auseinander. Zur Vorbereitung auf die Diskussion wird von KATE e.V ein thematisches Dossier erstellt.

Teilnehmende

Vertreter der ökonomischen Perspektive: Tobias Tuchlenski ist Regionalmanager der Supermarktkette „Kaiser's" für Berlin und Umland und steht damit stellvertretend für den Lebensmitteleinzelhandel (LEH), der jährlich etwa 550.000 Tonnen Lebensmittelabfälle verursacht. Tuchlenski verweist diesbezüglich auf die große Konkurrenz im LEH und die hohen Erwartungen der KundInnen: "Wir müssen die Wünsche unserer Kunden erfüllen. Wenn wir keine frische Ware anbieten, gehen sie woanders einkaufen" (Berliner Zeitung, 10.09.2011).

VertreterIn der zivilgesellschaftlichen Perspektive: Johannes Küstner, Referent für zukunftsfähige Entwicklung bei „Brot für die Welt" tritt für einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln ein und kritisiert die Verschwendung. Neben der Rolle des Handels und den Verbraucher-Innen verweist er auch auf den Bereich der Landwirtschaft, wo bereits schon auf dem Feld ein Drittel der Ernte aussortiert wird. „Was bei uns in der Tonne landet, fehlt bei den Armen im Süden", sagte er und setzt sich für eine ökologisch verträgliche Landwirtschaft ein, die in der Lage ist, alle Menschen auf der Welt zu ernähren.

Moderation: Daniel Unsöld. Er arbeite als Theaterpädagoge und Moderator mit SchülerInnen zu Umwelt- und Entwicklungsthemen. So moderierte er beispielsweise „das morgen lande future lab" in Leipzig und organisierte ein Theaterdinner zum Thema Lebensmittelverschwendung.

Das Kulturprogramm

Auf der zentralen Bühne wird vor Beginn der ersten und vor Beginn der zweiten Arbeitsphase ein interaktives Bühnenprogramm geboten. Theatersport Berlin und das New Generation Ensemble bringen den BesucherInnen mit improvisierten Szenen und interaktiven Theaterstücken ihre Sicht auf das Thema nahe und ermöglichen so neue Einblicke.

Die Ausstellung

Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V.
„Genug für alle: Nahrung ist ein Menschenrecht!"

Die Preise für Nahrungsmittel haben sich dramatisch erhöht, die Zahl der Hungernden ist weltweit auf eine Milliarde gestiegen. Gibt es noch "genug für alle"? Oder müssen wir uns daran gewöhnen, dass das Recht auf Nahrung für immer weniger Menschen gilt? Und welche Wege führen aus der aktuellen Ernährungskrise? Brauchen wir eine weitere "grüne Revolution" mit gentechnisch veränderten Hochleistungssorten? Oder sichert die lokale, kleinbäuerliche Landwirtschaft nachhaltig die Ernährung der Menschheit? Die Ausstellung "Genug für alle: Nahrung ist ein Menschenrecht!" zeigt die Problematik und verschiedene Ansätze zur Überwindung von Hunger in der Praxis; unter anderem durch die Förderung von Kleinbauern, eine angepasste Landwirtschaft, nachhaltiges Wassermanagement, den Erhalt der Biodiversität und der Anerkennung kollektiver Landrechte.