Ökologischer Landbau in Nicaragua

Projektpartner

"Asociación para el Desarrollo Municipal" - ADM (Verein für kommunale Entwicklung)

Projektfinanzierung

insgesamt 28.564€, davon KATEanteil 3.062€

Projektlaufzeit

2001

Projektziel

Förderung der landwirtschaftlichen Selbstversorgung in 16 Ortschaften in der Gemeinde San Lorenzo, Provinz Boaco durch Förderung der Pflanzen- und Tierproduktion nach ökologischen Maßstäben sowie Stärkung von lokalen Organisations- und Selbsthilfestrukturen.

Hintergrund

Die Agrarwirtschaft ist eine der Haupteinnahmequellen in Nicaragua: Über 37% der knapp 5 Millionen EinwohnerInnen arbeiten im Agrarsektor. Die Böden sind durch den Anbau von Monokulturen, die Nutzung von chemischen Düngern, den Wanderfeldbau - oft in Verbindung mit Brandrodung - und durch Viehzucht ausgelaugt. Eine massive Abholzung, die allein von 1984 bis 1994 20% der Waldflächen Nicaraguas reduzierte, führt zu einer stetigen Verschlechterung des ökologischen Gleichgewichts.

Der Hurrikan Mitch verwüstete im November 1998 weite Teile Nicaraguas. Vor allem die Schäden in der Landwirtschaft waren enorm, so dass viele Menschen in San Lorenzo ihre Existenzgrundlage verloren haben.

Entstehung des Projekts

Durch ein erstes Ernährungsprogramm 1998-2000 erhielten Familien in der Region San Lorenzo bereits Methodenkenntnisse der ökologischen Landwirtschaft. Entsprechende Workshops wurden von der Partnerorganisation ADM durchgeführt, so dass nun hausnähe Obst- und Gemüsegarten angelegt werden konnten. Im Anschluss an die Weiterbildungsmaßnahmen wurden Geräte und Saatgut an die TeilnehmerInnen verteilt. In 11 Ortschaften gründeten sich lokale Organisationen, die erste Ansätze des ökologischen Landbaus umsetzten.

Projektdurchführung

Die Planung und Durchführung des zweiten Projekts "Ökologischer Landbau in San Lorenzo" fanden unter Einbeziehung der entandenen lokalen Gruppen statt. Es beteiligten sich 16 Ortschaften der Gemeinde San Lorenzo mit insgesamt 160 Familien, die von der nicaraguanischen Organisation ADM - Asociación para el Desarollo Municipal - beraten wurden. Die Sicherung wie Diversifizierung der Ernährung sowie der Ersatz konventioneller und oft kostspieliger Saat-, Dünge- und Pflanzenschutzmittel durch ökologische bot ein Potential zur nachhaltigen Effizeinzsteigerung der Landwirtschaft bei gleichzeitiger Stärkung der Selbsthilfekraft und Emanzipation der Beteiligten.

Schwerpunkte

Neben Fortbildungsveranstaltungen über ökologische Anbaumethoden, die anhand von Beratungsbeispielen zur praktischen Umsetzung anschaulich gemacht werden, soll Organisationsberatung die Selbsthilfestrukturen der Gemeinden stärken. Eine gezielte Planung der Produktion - wie viel Lebensmittel braucht eine Familie für einen bestimmten Zeitrahmen - wie auch alternative Ernährungsmöglichkeiten sind weitere Schwerpunkte, die durch die Partnerorganisation ADM transportiert werden.

Inhalte der theoretischen und praxisnahen Beratung durch die Partnerorganisation ADM:

  • Kompostierung
  • Organischer Dünger
  • Verschiedene Aussaat- und Pflanzmethoden
  • Anlegen von Obst- und Gemüsegärten
  • Auswahl von Saatgut

 

Perspektiven

Die Perspektiven des Projektes liegen in der kontinuierlichen Sicherung der Selbstversorgung, einer ausgewogenen Ernährung der Familienangehörigen, dauerhaft ertragreichen Böden, der Stärkung der lokalen Organisationsstrukturen und der Gleichstellung der Frauen.