Berliner Entwicklungspolitisches Bildungsprogramm  (benbi) 2005

auf der Messe Import Shop Berlin 09. - 13. November

Was braucht der Mensch?

Vom Zuviel und Zuwenig - Grundbedürfnisse in aller Welt

Fünf Tage zum Lernen, Erleben und Mitmachen für Kinder und Erwachsene

Weltweit leben rund 1,2 Milliarden Menschen in extremer Armut: Sie müssen mit weniger als einem Dollar am Tag auskommen. Fast jeder fünfte Mensch auf der Erde kann seine elementarsten Grundbedürfnisse nicht befriedigen. Aber was heißt es eigentlich, arm zu sein? Welche Grundbedürfnisse haben die Menschen rund um den Globus? Damit beschäftigen wir uns auf dem diesjährigen entwicklungspolitischen Bildungsprogramm.

Gemeinsam mit den Schüler/innen gehen 26 Nichtregierungsorganisationen aus Berlin und Brandenburg der Frage nach: Was braucht der Mensch? Was brauche ich wirklich zum Leben, was ist mir lieb und teuer, was ist Luxus? Dabei wird es nicht nur um materielle Bedürfnisse wie Nahrung oder Wohnen gehen. Armut ist mehr als ein zu geringes Einkommen und Reichtum ist mehr als die Anhäufung materieller Güter. Wie wichtig sind zum Beispiel Bildung, eine saubere Umwelt oder Sicherheit? Wo gibt es Gemeinsamkeiten und wo Unterschiede zwischen Nord und Süd?

SchülerInnen am GSE-Stand 2005

Das Workshopangebot

Afrika-Bildung e.V.
1 Kochen mit Sonne
In Afrika ist das Kochen auf offenem Holzfeuer noch weit verbreitet. Doch welche Auswirkungen hat dies für die Umwelt und Gesundheit der Menschen? Die Schüler schlüpfen in die Rolle eines afrikanischen Kindes, das täglich das Brennholz für die Familie sammeln muss und lernen Alternativen der Energieversorgung durch einfache Solarkocher kennen.

Al Samar, Hilfe für Frauen und Kinder in Entwicklungsländern e.V.
2 Überleben in der Sahelzone
Datteln, Tee und Fladenbrot gehören bis heute zu den Hauptnahrungsmitteln der Nomaden in der Sahelzone. In einem Tuareg-Zelt können die Besucher Fladenbrot backen, Tee nach traditioneller Art zubereiten und etwas über die schwierigen Lebensbedingungen der Nomaden erfahren.

Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin-Dahlem
3 Back to the roots- traditionelle Pflanzen aus Afrika und Indien
Die Schüler lernen die Grundnahrungsmittel Hirse, Linsen und Kichererbsen sowie ihre Verwendung kennen. Diese einheimischen Pflanzen benötigen wenig Wasser im Gegensatz zu Exportprodukten wie Bananen oder Mais. Es gibt die Möglichkeit, den Geschmack zu testen und die Pflanzen mit Naturmaterialien nachzugestalten.

Deutscher Entwicklungsdienst (DED) Schulprogramm und Deutsch-Französischer Freundeskreis Dourou (DFFD) e.V.
4 Zu viel Arbeit- Zu wenig Chancen
Dies beschreibt die Situation von Frauen und Mädchen in vielen Ländern der Erde. Beim Hirse mahlen, Mais stampfen und Wassertragen gewinnen die Schüler einen Eindruck von ihrem langen, schweren Arbeitstag. Mit einer Fotocollage können Ideen entwickelt werden, wie die Situation der Frauen und Mädchen verbessert werden kann.

Entwicklungspolitisches Bildungs- und Informationszentrum e.V. (EPIZ)
5 Gute Hölzer- Schlechte Hölzer
Für unsere Möbel brauchen wir Holz - als Lebensgrundlage für Menschen und Tiere den Wald. Geht das zusammen? Sekundarschüler können Herkunft und Gewinnung verschiedener Holzartikel recherchieren und entscheiden, welche Hölzer verwendet werden sollten. Mit Grundschülern lassen wir einen Regenwald wachsen.

Fliegende Agenda 21
6 Mit Wasser und Sonne flügge für die Zukunft
Wasser ist Lebenselixier - und ohne Sonne läuft nichts! Aber wie Sonne (die -noch- niemandem gehört !) auch Wasser zum - für Menschen- nützlichen Laufen bringen kann und was sich mit Hilfe erneuerbarer Energien sonst noch bewegen lässt: dem wollen wir mit einfachen Solar-Experimenten auf die Spur kommen !

Fördern durch Spielmittel - Spielzeug für behinderte Kinder e.V. und Arbeitskreis der UNESCO-Projektschulen in Berlin
7 Spielen und Spielzeug aus aller Welt
Spielen ist ein Grundbedürfnis und elementare Voraussetzung für die Persönlichkeitsentwicklung. In allen Kulturkreisen fördert es die kindliche Neugier. Die Besucher können Spielzeug aus allen Kontinenten ausprobieren und selbst nachbauen. Außerdem gibt es Informationen über die UNESCO-Aktivitäten im Bereich Spielen und Kreativität.

Gesellschaft für solidarische Entwicklungszusammenarbeit e.V. (GSE) und der Weltladen La Tienda
8 Mango: Luxusfrüchtchen und Lebensunterhalt
Die Mango ist Ausgangspunkt für eine Erkundungsreise nach Asien zu den Menschen, die mit und von dieser Frucht leben. Wo wächst sie und wo kam sie her? Was kann man mit ihr alles machen und woher rührt die große Bedeutung in der Alltagskultur? Um dieses Früchtchen näher kennen zu lernen, darf auch genascht werden.

INKOTA-netzwerk e.V.
9 Logo oder no Logo?- Von coolen Klamotten und Schwitzen in Sweatshops
Ob groß oder klein - alle Menschen brauchen Kleidung. Mit jährlich 28 kg pro Kopf sind die Deutschen Weltmeister im Textilverbrauch. Die Schüler begeben sich auf die Suche nach der Herkunft der Markenklamotten und erleben im Rollenspiel, unter welchen Bedingungen diese gefertigt werden.

Kontaktstelle für Umwelt und Entwicklung (KATE) e.V.
10 Frühstück auf großem Fuße- Wie viel Natur (ver)brauchen wir?
Was hat Essen mit Klimaschutz zu tun? Beim Klimafrühstück erfahren die Schüler, warum ihre Essensauswahl beim täglichen Frühstück Auswirkungen auf das Klima haben kann. Mit dem ökologischen Fußabdruck lässt sich der Naturverbrauch für unsere Nahrungsmittel darstellen. Wie schneiden wir dabei im Vergleich mit anderen Ländern ab?

MISEREOR / Arbeitsstelle Berlin
11 Vom Straßenkind zum "Butterfly"- Einmal Indien und zurück
Auf einer 45-minütigen Reise entdecken die Besucher die spannenden Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen in Delhi: Kann Amina dem Müllberg entfliehen? Schafft Raju seinen Schulabschluss? Und was ist mit Ravis Traum vom Superstar im Radio? Vorsicht: Das „Butterfly"-Projekt von MISEREOR verleiht Flügel!

Oromiya Relief and Rehabilitation Organisation (ORRO) e.V.
12 Wasser ist Leben! Mühsame Wassserwirtschaft am Horn von Afrika
Hier lernen die Besucher die Folgen von Wassermangel und Wasserverschmutzung in Äthiopien kennen. Sie erfahren wie beschwerlich die Menschen dort an Wasser gelangen und wie der Bau von Brunnen hilft. Schließlich können die Schüler selbst versuchen, Wasser in Tonkrügen zu tragen und verschiedene Wasserqualitäten zu untersuchen.

RAA Brandenburg e.V., Twende Pamoja e.V. und Chewing Coffee
13 Schnaäächen im Kolonialwarenladen
Früher teure Kolonialwaren - heute Bestandteil unseres Grundwarenkorbs: Kaffee und andere Produkte aus den Ländern des Südens. Die Schüler entdecken wie sie zu uns kamen, erfahren wie ein tropisches Getränk zum Lieblingsgetränk der Deutschen wurde und können ihren Geruchssinn beim Gewürzquiz testen.

Terre des Hommes e.V. / Arbeitsgruppe Berlin
14 Eine vielfältige Welt braucht vielfältige Bildung
Alle Menschen brauchen Bildung. Aber welche Bildung braucht der Mensch? Ist unsere moderne Schule das einzig mögliche Bildungsmodell? Welchen Platz haben dort traditionelles Wissen und herkömmliche Wissensvermittlung anderer Völker? Wir lernen, wie in fernen Ländern gelernt wird und können dies mit dem eigenen Schulalltag vergleichen.

Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Kreuzberg-San Rafael del Sur e. V.
15 Emilias Einkaufszettel: Ohne Moos nix los?
Emilias Familie in Nicaragua muss mit 100 Euro im Monat auskommen. Was bedeutet dies für Ernährung, Bildung und Gesundheit? Anhand eines Kaufmannsladens können die Schüler spielerisch erfahren, was Armut in einem Land wie Nicaragua bedeutet. Exemplarisch werden Auswege aus der Armut aufgezeigt.

Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt (ASW) e.V.
16 Mit traditionellem Saatgut gegen Hunger
Bei großer Trockenheit ist die Sicherung der eigenen Ernährung besonders schwierig. Wie dies Menschen in Indien, Afrika und Brasilien durch die Nutzung einheimischer Pflanzen gelingt, erfährt der Besucher am Beispiel der Projektarbeit von ASW-Partnern.

Jugendkunstschule Kreuzberg e.V.
17 Geschichten mit Licht und Schatten
Angeregt von einer Schattenfigurentheateraufführung erfinden die Kinder und Jugendlichen ein Märchen zum Thema Grundbedürfnissicherung. Anschließend können sie dieses selbst mit Hilfe von Schattenfiguren erzählen.

Mama Afrika e.V.
18 Kundan: Zöpfe flechten für eine bessere Zukunft
Eine Ausbildung im Friseursalon bietet jungen Mädchen in Guinea (Westafrika) die Chance, lesen, schreiben und rechnen zu lernen und so ihre Zukunftschancen zu verbessern. Die Schüler können sich eine traditionelle „afrikanische Frisur" machen lassen und sich selbst beim Haareflechten versuchen.

missio - Berlin
19 HIV UND Aids Global. Aids-Waisen brauchen einen Schutzengel
In einem Großraumtruck wird in einer multimedialen und erlebnisorientierten Ausstellung über die Ursachen, Zusammenhänge und Folgen von HIV/AIDS informiert. Afrikanische Jugendliche erzählen über ihren Alltag mit HIV und Aids. Im Rahmen der Aktion Schutzengel können sich die Besucher selbst engagieren.

Weltfriedensdienst e.V.
20 Menschen brauchen Frieden
In Frieden zu leben gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Kinder und Jugendliche leiden unter Gewalt und Kriegen in besonderer Weise. In ihren Kurzgeschichten erzählen sie von ihrer Sehnsucht nach einem friedlichen Miteinander und regen zum Nachdenken an.

Weltladen A Janela
21 Fairer Handel(n)- Global Denken
Der Faire Handel garantiert den Produzenten in den Ländern des Südens stabile Handelsbeziehungen und faire Preise, die ihnen ein Leben in Würde ermöglichen. Am Beispiel von Schokolade und anderen Produkten wird erklärt, wie Verbraucher durch bewusstes Einkaufsverhalten einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung leisten können.

Das Kinoforum

Kurzfilme zum Thema "Was braucht der Mensch" werden präsentiert und diskutiert

Das Kulturprogramm

Künstlerinnen und Künstler aus verschiedenen Schulen und aus aller Welt werden Konzerte, Tanzvorstellungen, Theaterauftritte und eine Zirkusperformance auf dem Marktplatz darbieten.


Die Ausstellung

Stiftung Nord-Süd-Brücken

Plakatausstellung „Sagenhafte Solidarität in Zeiten weltweiter Armut" der Stiftung Nord-Süd-Brücken

Begleitende Veranstaltung

„Globalisierung als Herausforderung für die Berliner Bildung"