Berliner Entwicklungspolitisches Bildungsprogramm (benbi) 2007

auf der Messe Import Shop Berlin 07. - 11. November

Meine, deine, unsere Welt?

Kulturen in Bewegung

Meine Kultur hilft mir dabei, mich zugehörig zu fühlen und gleichzeitig von Ungewolltem abzugrenzen. Doch die Erdkugel wird immer grenzenloser. Wir fliegen, fahren, schiffen Güter um den ganzen Globus und haben dank Internet Freunde auf der ganzen Welt. Längst ist es möglich, in Guatemala Coca Cola zu trinken oder Bollywood-Filme in kenianischen Kinos anzuschauen. Manche Metropolen sind uns aus dem Fernsehen so bekannt, als hätten wir Jahre dort verbracht. Birgt diese Entwicklung auch Gefahren?

Das Bildungsprogramm

Beim diesjährigen Bildungsprogramm vom 07. bis 11. November 2007 werden 27 entwicklungspolitische Organisationen aus Berlin und Umgebung zusammen mit Kindern und Jugendlichen überlegen, wodurch sich Kulturen verändern. Wie gehen wir mit den Gegensätzen um, die auftauchen, wenn unterschiedliche Kulturen durch die Globalisierung aufeinander treffen? Können Kulturen sich vermischen?

Die entwicklungspolitischen Workshops erklären nicht in erster Linie, sondern macht die Situation auf anderen Kontinenten erlebbar. Die Besucher lernen die Flora des brasilianischen Ureinwohnervolkes Asurini kennen und gehen in der Urwald-Welt der Frage nach, wie sich das Abholzen der Baumriesen auf die kulturelle Identität seiner Bewohner auswirkt. Sie treffen die 14-jährige Rosa aus Lateinamerika, die bereits für ein Kind zu sorgen hat und versetzen sich in die Lage von jungen Flüchtlingen, die sich auf der Reise in ein gelobtes Land großen Gefahren aussetzen.

Dallendyshet Kosovarische Tanzgruppe 2007

Auf einer bunten Bühne herrscht zudem reges Treiben: KünstlerInnen aus aller Welt werden Konzerte, Tänze oder Zirkus-Performances zeigen. Im Kinoforum zeigen Filmemacher ihre Werke und besprechen sie mit den SchülerInnen. Die Ausstellung "migrantas - Eine universelle Sprache der Migration" zeigt, wie sich das Fremdsein anfühlt. Die interaktive Ausstellung "Das globale Klassenzimmer" (pdf, 735 kB) des Ökohaus e.V. Rostock regt zum Erfahrungsaustausch mit mittelamerikanischen Jugendlichen an.

Die Schirmherrschaft des diesjährigen Bildungsprogramms übernimmt Ihre Exzellenz Fatoumata Sire Diakité, Botschafterin der Republik Mali. Das Grußwort spricht der Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen, Harald Wolf.

Das Workshopangebot

terre des hommes Deutschland e. V. Arbeitsgruppe Berlin

1 Stell Dir vor, Du musst weg

Weltweit sind unzählige Kinder und Jugendliche auf der Flucht. Ihre kulturelle Identität haben sie stets im Gepäck- auch auf dem Weg zu uns. Wir erfahren mehr über die Ursachen und Folgen von Flucht in den Herkunftsländern und lernen die Situation junger Flüchtlinge in Berlin kennen.

Future-on-Wings e. V.
2 Multi oder Mono?
Wo sich Vielfalt vom Acker macht, müssen Felder gedopt werden. Doch dass Monokultur teurer kommt, merkt die Kundschaft erst später. Beim bunten Bio-Baumwollfeld- Basteln üben wir weise Voraussicht. Unser Bio-Quartett deckt die besseren Karten auf.

INKOTA-netzwerk e. V.
3 Zwischen Kicken und Kondomen
Ungewissheit unterwegs: In Mosambik ist nahezu jede/r Siebte mit HIV infiziert; in Deutschland betrifft es fast jede/n Fünfhundertste/n. Wie gehen wir hier und dort mit der AIDS-Gefahr um? Neue Ansätze des Lebens mit der AIDS-Gefahr aus Mosambik - Fußball, Theater - laden zum eigenen Aktivwerden ein.

Interkulturelles Atelier ASET e. V.
4 Fernglas und Spiegel
Mit einem rasenden Weltrad hinterfragen wir das Bild, das wir von der Welt und unserer Gesellschaft haben. Quizaufgaben thematisieren, was wir über Deutsch sein oder die Herkunft von Alltagsprodukten wissen und was Sprichwörter über unsere Kulturen aussagen.

First Aid for Wonderful Nature Deutschland e. V.
5 Können Schildkröten sprechen?
Die Länder Mittel- und Südamerikas bieten eine seltene Tier- und Pflanzenwelt, die vom Aussterben bedroht ist. Wir erfahren, wie Mensch und Tier im Süden Amerikas leben - exotische Tierstimmen helfen dabei, uns in diesen anderen Lebensraum einzufühlen.

Afrika Bildung e. V.
6 Benson- Ort der Begegnung
Wir versammeln uns auf einem Bensoh, dem Friedensplatz, und unterhalten uns über Zeremonien, Kleidung und Familie. Hat sich ihre Bedeutung geändert? Es gilt, einiges selbst auszuprobieren. Ein Memory-Spiel lädt dazu ein, Geheimnisse zu lüften.

Deutsch-Französischer Freundeskreis Dourou e. V. & DED-Schulprogramm
7 Wie würde ich in Ghana heißen?
Unsere Namen sind ein Spiegel von Tradition und Wandel. Wo kommt mein Familienname her? Was bedeutet mein Vorname? Wie würde er mit chinesischen oder arabischen Zeichen geschrieben? Welchen Namen würde ich in Ghana tragen? Antworten auf diese Fragen könnt ihr bei uns herausfinden.

commit to partnership Berlin e. V.
8 Wie entwickelt sich mein Slum?
Die Mitglieder der Jugendgruppe Silanga leben im zweitgrößten Armenviertel von Afrika. Sie zeigen euch wie sie wohnen, welche Spiele sie mögen und welche Ziele sie haben. Könnt ihr in der fremden Kultur Gemeinsamkeiten mit eurer eigenen entdecken?

Entwicklungspolitisches Bildungs- und Informationszentrum e. V.
9 Ein Koffer voller Geschichte(n)
Was empfindet eine junge Peruanerin, die in Berlin auf den Spuren ihres Großvaters wandelt? Welche Erfahrungen macht eine russische Deutschstudentin als Au-pair? Angeregt durch Lebensgeschichten Berliner MigrantInnen werdet ihr eigenen und fremden Familiengeschichten nachgehen.

MISEREOR Arbeitsstelle Berlin
10 Vom Kriegskind zum Friedensengel
Das Dinka-Mädchen Puor wurde im Krieg geboren und kann seit dem Friedensabkommen erstmals eine Schule besuchen. Sie zeigt uns ihre Familie im Südsudan und lädt ins Dorf Yirol ein. Zauberhafte Fotos, spannende Geschichten, sudanesische Schulbücher und eine Friedensengel-Aktion prägen diesenWorkshop und helfen Puor, endlich in Frieden lernen zu dürfen.

Greenpeace Gruppe Berlin
11 Die fantastischen Sieben
Alle zwei Minuten wird Urwaldfläche in der Größe eines Fußballfeldes abgeholzt. Welche Auswirkungen das Verschwinden dieser Wälder für ihre Bewohner hat, kann in unserer Urwald-Welt erfahren werden. Fühlkästen und Urwaldkunstwerke lassen uns den Dschungel hautnah erleben.

Kontaktstelle für Umwelt und Entwicklung (KATE) e. V.
& Ökohaus e. V. Rostock
12 Das Globale Klassenzimmer Mittelamerika
Wie sorgt die 14-jährige Rosa für ihr Kind? Wird Pablo das Unternehmen seines Vaters übernehmen? Welchen Traum hat das indianische Mädchen Noemi? SchülerInnen führen durch eine Ausstellung, in der ihr die Familie, das Leben und die Träume von Gleichaltrigen aus Mittelamerika kennen lernt.

Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin-Dahlem
13 Kultur des Asurini ULTUR
Die Asurini leben am Rio Xingu, einem Nebenarm des Amazonas. Welche Pflanzen dienen der Ernährung, welche der Gestaltung von Festen? Wir lernen Pflanzen und Tiere des Tropischen Regenwaldes kennen. Mit Naturmaterialien können Mosaikbilder gestaltet werden.

Fördern durch Spielmittel - Spielzeug für
behinderte Kinder e. V.
& unesco-projekt-schulen
14 Spiele aus einer globalen Welt
Wir zeigen Euch Spielzeug aus allen Kontinenten und Spielmittel, die in Kreativitätsworkshops entstanden sind, und laden Euch zum Ausprobieren ein. Besonders wichtig sind uns dabei Spielmittel aus Recycling-Materialien. Spielen verbindet!

Weltladen A Janela
15 Fussballfieber
Menschen rund um den Globus vereint die Liebe zum Fußball. Doch die Bälle, mit denen wir kicken, entstehen in mühevoller Handarbeit. Wir lernen das Leben von NäherInnen in Pakistan kennen und erproben uns selbst beim Ball nähen.

Gesellschaft für solidarische Entwicklungszusammenarbeit (GSE)
e. V. & Weltladen La Tienda
16 Bittersüsse Kakao-Kulturen: Afrika trifft Amerika
Bargeld in altamerikanischen Kulturen - Basis für Leckereien heute: Die Kakaobohne ist eine Migrantin zwischen Amerika, Afrika und Europa. Ein Parcours führt auf Kakaofelder und in Häuser von Kakaobauern in Südamerika oder Westafrika. Schlaue Bauern finden heraus, wie ihnen die Ware mehr einbringt.

Freunde des FEZ e. V. im FEZ-Berlin & OIKOS EINE WELT e. V.
17 Gloabl unterwegs mit dem FEZ
In beispielhaften Workshops zum Globalen Lernen begeben wir uns unter dem Motto »Von Ananas bis Zimt - die ganze Welt deckt unseren Tisch« auf eine sinnliche Weltreise. Außerdem stellen Informationen zu Entwicklungspolitischen Schülerfirmen diese als eine Methode nachhaltig aktivierender Schülerarbeit vor.

Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft
Kreuzberg - San Rafael del Sur, Nicaragua e. V.

18 Migration: Der Weg ins große Glück?
Die Reise in das Land, wo Milch und Honig fließen, kann steinig sein. Nicht alle, die sich auf den beschwerlichen Weg machen, erreichen ihr Ziel. Im interaktiven Würfelspiel erfahrt ihr hautnah, wie mühevoll es ist, die Heimat auf der Suche nach Brot und Arbeit verlassen zu müssen.

Kindernothilfe e. V. Arbeitskreis Berlin
19 Musik aus Müll
Wir zeigen Euch, wie Kinder im Süden aus einfachen Mitteln Spielzeuge und Klanginstrumente herstellen, die besonders im Zusammenspiel Freude machen. Gemeinsam probieren wir eigene Basteleien aus. In einem Ratespiel werden Instrumente aus unterschiedlichen Ländern erforscht.

Informationsstände

Mama Afrika e.V.

Die Welt im Mikrokosmo

Wie fühlt sich die Vielfalt der Kulturen an? Ein buntes Bilderrätsel lädt uns ein, fremdes Fühlen nachzuvollziehen.

Al Samar Hilfe für Frauen und Kinder in Entwicklungsländern e.V.

Auf dem Weg zur Sesshaftigkeit

Ehemals umherziehende Nomaden werden sesshaft. In einem traditionellen Zelt der Tuareg backen wir Fladenbrot, probieren ihren Tee und erfahren, wie sich die Kultur der Nomaden durch ihre Sesshaftigkeit langsam verändert.