Konferenz zum Globalen Lernen 2011

"Awareness for Fairness - Globales Lernen im Süd-Nord-Dialog"

Konferenz Plenum

Der O-Ton aus dem Süden war bestimmend: Expertinnen und Experten des Globalen Lernens, der Umweltbildung und Demokratieerziehung aus Bolivien, El Salvador, Kamerun, Nicaragua und Senegal trafen am 20. und 21. Oktober 2011 in Berlin zusammen und tauschten sich untereinander und mit Berliner Kolleginnen und Kollegen über Erfahrungen und Ideen, Ansätze und Konzepte aus. An den zwei Konferenztagen fanden insgesamt sechs Arbeitsgruppen statt, die jeweils von einem Expert*innen-Tandem geleitet wurde. Interessierte aus Berliner Schulen, Vereinen, Bildungseinrichtungen und Weltläden diskutierten die vorgestellten Erfahrungen und brachten Anknüpfungspunkte ihrer eigenen Arbeit ein. Ein radikaler Wechsel der Perspektive war garantiert; alle Teilnehmenden trafen sich als Partner*innen im Gespräch und waren gleichzeitig Lehrende und Lernende.

AG 1 "Stimme erheben! Zivilgesellschaft stärken, politische Beteiligung ermöglichen - aber wie?"

Wie können wir „hier unten" denen „da oben" deutlich machen, was wir wollen? Nicht überall auf der Welt wird die Stimme der Zivilgesellschaft gehört, können sich Menschen an politischen Prozessen beteiligen. In der AG wurden lebendige Erfahrungen aus Nicaragua und Senegal vermittelt, wie Jung und Alt lernen, Verantwortung einzufordern und zu übernehmen. Mit Reyneris Soza Flores (Nicaragua) und Ousmane Niane (Senegal).


AG 2 "Körpereinsatz! Brechen mit dem „kolonialen Erbe" durch Theaterpädagogik"

Wir alle sind Teil des postkolonialen Systems und stecken tief in entsprechenden Denk- und Verhaltensweisen. Das theaterpädagogische Konzept der „Dekolonialisierung des Körpers" trägt zu deren Aufbrechen bei, in dem der Körper lernt, ohne langes Überlegen zu reagieren. Wie das funktioniert und wie das Selbstbewusstsein insbesondere Jugendlicher damit gefördert wird, vermittelten die Referentinnen aus Bolivien - mit viel Praxis! Mit Ana Salazar Torres (Bolivien) und Coral Salazar Torres (Berlin/Bolivien).

AG 3 "Gießkanne mit Weitblick - Engagement für Umwelt und Entwicklung in Schule und Kiez"

Wie trägt das Lernen über die Umwelt zur Entwicklung eines Landes bei und wozu nutzt eigentlich ein Schulgarten? Kreative Ideen aus El Salvador und Nicaragua trafen sich mit Erfahrungen aus Berlin-Spandau. Mit Rafael Silva (Nicaragua), Yohalmo Cabrera Chacón (El Salvador) und Ulla Ondratschek (Deutschland).

AG 4 "Wie fair ist der Faire Handel? Kakao von Anbau bis Konsum - und wo bleibt der Gewinn?"

Mehr Gerechtigkeit für die Produzierenden bringt der Faire Handel - aber die Wertschöpfung bei Lebensmitteln aus den Ländern des Globalen Südens liegt immer noch weitgehend im Norden. Greg Mewanu, Kakaobauer aus Kamerun, vermittelte seine Sicht auf die Produktionskette und traf auf die Vertreterin eines Berliner Weltladens, die zum Beispiel auch Kakao und Schokolade aus Fairem Handel verkauf. Mit Gregory Mewanu (Kamerun) und Weltladen A Janela (Deutschland).


AG 5 "Perspektive wechseln! Wie funktioniert eine Süd-Nord-Schulpartnerschaft auf gleicher Augenhöhe?"

Ein paar Briefe oder E-Mails schicken, einmal im Jahr die Partner besuchen und Spenden mitnehmen und das war's? Wie es noch anders gehen und die Partnerschaft von beiden Seiten gemeinsam Hand in Hand gestaltet werden könnte, zeigten Beispiele aus El Salvador und Namibia mit ihren Berliner Partnerschulen. Mit Yohalmo Cabrera Chacón (El Salvador) und Dr. Luise Steinwachs (Deutschland).

AG 6 "Virtuelle Welt - Dialog im Web 2.0. Lernen und Begegnungen im Netz"

In sozialen Netzwerken und Chatrooms überwinden die Kids von heute spielend Distanzen - z.B. von San Rafael del Sur in Nicaragua nach Berlin und umgekehrt. Aber was bringt das außer Spaß für die Beteiligten? Und wie kann jede und jeder das Netz nutzen, um in der realen Welt zu lernen? Erfahrungen aus Nicaragua und Deutschland zeigten, wie es gehen kann. Mit Rafael Silva (Nicaragua) und Nicola Humpert (Deutschland).

 

Weitere Informationen zum Projekt „Awareness for Fairness" gibt es unter www.be-fair.eu

 

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