Machtkritische Süd-Nord-Schulpartnerschaften

KATE erkundete in diesem Projekt mögliche Wege für eine gleichberechtigte Zusammenarbeit innerhalb von Süd-Nord-Schulpartnerschaften und erarbeitet konkrete Handlungsvorschläge für Akteur*innen, um eine Annäherung an die oft floskelhaft verwendete „Begegnung auf Augenhöhe“ zu erreichen. Das Projekt förderte die Auseinandersetzung mit postkolonialen Gesellschaftsstrukturen und eine machtkritische Hinterfragung der eigenen Partnerschaftsarbeit. Schulleitungen, Lehrer*innen, Schüler*innen, Eltern und NRO-Vertreter*innen reflektierten eigene Denk- und Handlungsmuster und werden in ihren Kompetenzen bestärkt, zu einer gleichberechtigten Gestaltung von Süd-Nord-Schulpartnerschaften beizutragen.

Süd-Nord-Partnerschaften auf Augenhöhe? Machtkritische Perspektiven auf Süd-Nord Partnerschaftsarbeit am Beispiel von Schulpartnerschaften

Unter diesem Titel und in Kooperation mit glokal e.V. fand am  Mittwoch den 02.12.2015 15.00 - 19.00 Uhr im Bildungsinstitut RomAs im Aufbau Haus bei AspE e.V. eine öffentliche Veranstaltung statt. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln wurden machtkritische Perspektiven auf Süd-Nord-Partnerschaften geworfen. Nach kurzen Input-Statements wurden unter Mitwirkung von Saraya Gomis, Raymonde Driesen, Lawrence Oduro-Sapong (AfricAvenir), Claudia Schilling (ENSA-Programm) und Timo Kiesel (glokal e.V.) in Arbeitsgruppen Kriterien für eine machtkritische Arbeit von Schulpartnerschaften erarbeitet und zum Abschluss gemeinsam diskutiert.

Die Veranstaltung richtete sich an Lehrer*innen und Schüler*innen, die sich in bestehenden oder in der Planung befindlichen Süd-Nord-Schulpartnerschaften engagieren sowie an NRO-Akteure und andere Interessierte, die solche Prozesse begleiten oder eigene Süd-Nord-Partnerschaften pflegen. Die Veranstaltung stand zudem entwicklungspolitisch Engagierten offen, die in anderen Kontexten in Süd-Nord-Partnerschaften aktiv sind.

Tagesworkshops für Schulen in Deutschland

KATE e.V. bot Schulen, die eine aktive Süd-Nord-Schulpartnerschaft leben oder am Aufbau einer solchen interessiert sind, Tagesworkshops zur Selbstreflexion der Partnerschaft an. Eine Analyse über globale und lokale Machtverhältnisse bildete den Ausgangspunkt zur Betrachtung der eigenen Verhältnisse in der Schulpartnerschaft und des gegenseitigen Partnerschaftsverständnisses. Ziel des Workshops war es Diskriminierungssensibilität zu gewinnen, um gleichberechtigte Schulpartner-schaften aufzubauen oder zu entwickeln.

Die Seminare wurden von Lawrence Oduro-Sarpong geleitet. Geboren und aufgewachsen in Ghana, lebt seit 1992 in Berlin und studierte Deutsch als Fremdsprache. Er absolvierte Ausbildungen und berufsbegleitende Weiterbildungen zu verschiedenen Themenfeldern, darunter eine Mediations-ausbildung, „Managing Diversity“, Change Management & Leadership Anti-Bias (Diskriminierung Verlernen), und Prozessmoderation nach Arnold Mindell. Er arbeitet seit vielen Jahren als Experte für Fragen zur interkulturellen und Diversity-Kompetenz, zu Konfliktmanagement und Weißseinsreflexion.