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Podiumsdiskussion für SekII-SchülerInnen
„Schlaflos in Berlin – Wie weltoffen zeigt sich Berlin gegenüber den Touristen?“
Fr, 11.11.2011, 12:00 – 13:30 Uhr
Hier haben SchülerInnen der Sek II die Gelegenheit, mit VertreterInnen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft über die Auswirkungen des Tourismus auf die Stadt Berlin zu diskutieren und ihnen ihre Fragen zu stellen. Die SchülerInnen lernen so Auffassungen verschiedener Interessensgruppen kennen, können diese kritisch hinterfragen und sich eine eigene Meinung zum Thema bilden.
Hintergrund
Der Tourismus in Berlin boomt! 2010 war mit 20
Millionen gebuchten Übernachtungen das bisher
erfolgreichste Jahr für den Hauptstadt-Tourismus.
Viele BesucherInnen sind jung und kommen aus
dem Ausland, denn Berlin gilt international als
Stadt, in der man viel erleben kann und die Menschen
gastfreundlich und amüsierfreudig sind.
Doch Kampagnen wie „Berlin liebt dich nicht“
und eine Podiumsdiskussion mit dem plakativem
Titel „Hilfe die Touristen kommen!“, auf der BerlinerInnen
ihrem Ärger über inoffizielle Ferienwohnungen,
rollende Bierbikes und nicht enden wollende
Open Air Partys Luft machen, zeichnen ein
anderes Bild.
Aber inwieweit kann es sich eine Stadt, die unter
anderem mit dem Slogan „arm aber sexy“ wirbt,
leisten, Touristen zu vergraulen? Wie können wirtschaftliche
Interessen und die Bedürfnisse der
AnwohnerInnen in Einklang gebracht werden?
Welche Art von Tourismus wünschen wir uns für
Berlin und wie verhalten wir uns eigentlich, wenn
wir verreisen? Diesen und anderen Fragen werden
die ReferentInnen auf dem Podium gemeinsam mit
den SchülerInnen auf den Grund gehen.
Mit der Anmeldung erhalten Sie ein thematisches Dossier zur Vorbereitung.
Die Teilnehmenden
Bündnis 90/DIE GRÜNEN Friedrichshain-Kreuzberg
Die Grünen des Bezirks Friedrichshain- Kreuzberg begrüßen zum einen die Entwicklung der Tourismusbrache, da diese positiv auf die lokale Wirtschaft wirkt, sie verweisen zum anderen allerdings auch darauf, dass eine allein auf Wachstum ausgerichtete Tourismuspolitik zahlreiche Probleme mit sich bringt und zu Veränderungen des Stadtbildes führt, die vor allem für die BewohnerInnen oft mit Nachteilen verbunden sind. So müssen beispielsweise kleine Läden Cocktailbars und Kneipen weichen und die Vermietung von Wohnungen an Feriengäste lässt die Mieten steigen. Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken und um die Touristenströme zu lenken, setzen sich die Grünen zum einen dafür ein, die Zahl der Hostels und Hotels zu beschränken und fordern zum anderen eine „City Tax“, eine Abgabe auf Übernachtungen in Hotels und Pensionen. Als Ziel wird ein sanfter Tourismus propagiert, der Kosten und Nutzen gerecht verteilt und zu einem verträglichen Nebeneinander von AnwohnerInnen und BesucherInnen führt.
visit.Berlin ist das offizielle Tourismusportal der Stadt Berlin und die wichtigste Anlaufstelle für Berlin BesucherInnen aus der ganzen Welt. In der Debatte um die Auswirkungen des Tourismus auf die Stadt Berlin verweist visit.Berlin darauf, dass der Tourismus einen der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren Berlins darstellt, der nicht nur Steuern in die Landeskassen bringt, sondern auch zahlreiche Jobs sichert. Der Forderung Touristenströme zum Wohl der AnwohnerInnen umzuleiten wird entgegengesetzt, dass dies nicht realisierbar sei und sich Berlin wieder zu einer Weltstadt entwickle, woran sich alle gewöhnen müssten. Zudem wird von visit.Berlin darauf hingewiesen, dass durch die Debatte Berlins Image als gastfreundliche Metropole Schaden nehmen und Intoleranz oder eventuell sogar Fremdenfeindlichkeit vermittelt werden könnten.
AnwohnerInnen der über den Landwehrkanal führenden Admiralbrücke haben sich zu der Initiative Admiralkiez zusammengeschlossen, um sich gegen die Entwicklung ihres Kiezes zur Wehr zu setzen. Ehemals ein ruhiger Ort zum Verweilen und Erholen, wandelte sich die Brücke in den letzten Jahren immer mehr zu einer Art Open Air Festival mit bis zu 300 Partygästen. Ziel der Bürgerinitiative ist es zum einen zu erreichen, dass die Nachtruhe ab 22 Uhr eingehalten wird. Zum anderen möchten ihre Mitglieder ein Bewusstsein für die mit dem Tourismus einhergehenden Probleme schaffen.
ExpertIn für Nachhaltigen Tourismus
Was bedeutet Nachhaltiger Tourismus und wie kann ein nachhaltiges Tourismuskonzept für die Stadt Berlin aussehen? Wie bereisen wir die Welt? Eine Fachfrau für Nachhaltigen Tourismus liefert Anregungen zu diesen Fragen und ergänzt die Diskussion.




